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Auktion in St. Gallen, Galerie in Zürich
Das Auktionshaus Widmer hat neu einen Ableger in der Limmatstadt und steht
vor seiner Herbstauktion
Das Auktionshaus an der Löwengasse 3 ist neustens
auch mit einer Galerie in Zürich präsent. Zudem gewann Hans Widmer
mit Markus Schöb einen jungen, erfahrenen Partner.
Ein Standbein in Zürich,
aber keinerlei Absprung-Absichten. Dies versichert Hans Widmer, der seit 27 Jahren
als Kunsthändler in St. Gallen wirkt. Dass er in Zürich eine Galerie
eröffnet hat, soll vielmehr die Auktionsarbeit in St. Gallen konsolidieren.
Seit je schon sprechen Widmers Auktionen einen Kundenkreis an, der weit über
die Ostschweiz hinausreicht. Mit der Präsenz in Zürich gewinnt sein
Haus aber noch zusätzliche Aufmerksamkeit. Zumal die Galerie an der Kirchgasse
33 in unmittelbarer Nähe des Kunsthauses und anderer Galerien liegt. Ein
zweiter Grund für das Engagement in Zürich liegt darin, dass Hans Widmer
mit Markus Schöb einen jungen Partner gefunden hat, der die Galerie in der
Limmatstadt betreuen und die Verbindung mit St. Gallen sicherstellen wird. «Er
ist ein Glücksfall», sagt Hans Widmer über den Kunstgeschichtler,
der schon als Kantischüler regelmässig im Auktionshaus zu Gast war
und hier seine Leidenschaft für Kunst und Kunstvermittlung entdeckt hatte.
Abbauen oder Ausbauen?
Zudem hat Markus Schöb auch bereits schon reiche
Berufserfahrung gesammelt. Bei Christies hatte er als Experte für Schweizer
Kunst hochdotierte Auktionen vorbereitet; später die Zürcher Filiale
des renommierten Kunsthauses Villa Grisebach, Berlin, geleitet. Abbauen oder
ausbauen? Vor diese Frage gestellt, hat sich Hans Widmer für den Ausbau
entschieden. Dazu gehört, dass er den Auktionssaal an der Löwengasse
mit einer neuen Infrastruktur versah. Die Decke hat ein Kühlsystem erhalten;
eine aufwendige Installation, die aber dem Saal ein angenehmes Klima gibt und
ihn für kulturelle Anlässe empfiehlt.
Hans Widmer denkt bereits an Veranstaltungen wie Ausstellungen, Führungen,
Vorträge oder Diskussionsrunden. Im Augenblick ist im Saal aber die Ausstellung
für die Herbstauktion vorbereitet worden, deren Vorbesichtigung morgen Freitag
beginnt. Eines der Glanzstücke ist auf dem Titelbild des Katalogs abgebildet:
Otto Dix (1891-1969), Vier Masken. Ein Werk aus dem Jahre 1948. Bis zur Auktion
war dieses Werk unbekannt, wurde aber durch eine Expertise auf die Echtheit hin
abgeklärt und wird nun neu ins Werkverzeichnis aufgenommen. Der Schätzungspreis
liegt bei 75 000 Franken
Liner, Gehr, Gubler
Auffallend die zahlreichen Werke von Ferdinand Gehr und
Carl Liner. Wobei es sich bei beiden Malern um eigentliche Schlüsselwerke
handelt. Entsprechend die Schätzungspreise. Für eines der Gehr-Aquarelle
30'000, für Liner bis zu 18'000 Franken. Wobei die Schätzung nicht
allzu viel aussagt. Max Gublers Kiesgrube wurde beim letzten Mal auf 9000 geschätzt
und hat
55'000 erzielt. Das gleiche Motiv, in einer grössern Fassung, wurde
für die neue Auktion eingeliefert.
Copyright St. Galler Tagblatt, Josef Osterwalder,
23.09.04
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